Montag, 16. Januar 2017

Rückblick bis zum 13. Jänner 2017

Die erste Störung aus Norden hat am Donnerstag  für Schneefall gesorgt und es wehte  starker bis stürmischer Nordwind in den nordwestlichen Gebirgsgruppen der  Hohen Tauern. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag zog neuerlich eine Kaltfront über Österreich, gefolgt von einem  Adriatief. Bereits in den Nachtstunden begann es von Westen zu schneien. In den östlichen Tallagen gab es zuerst Regen,  der aber rasch auf Schneefall überging. Am Samstag war es in den restlichen Gebirgsgruppen  niederschlagsfrei und winterlich kalt.  Nur in den nördlichen Hohen Tauern brachte eine neuerliche Störung aus Norden geringe Schneemengen. Am Sonntag und Montag führte ein Hoch zu vielen Sonnenstunden mit tiefen Temperaturen. 

Windspitzen über 100 km/h in den Hohen Tauern - ÖBB Messstation mit einem Mittelwert (blau) und Windböen (rot)  Lieskele 2.350m

Winterliche Temperaturen in den Hohen Tauern - ÖBB Messstation Lieskele 2.350m



Nur ein Tag mit über 0 Grad Temperaturen wie hier am Oisternig in den Karnischen Alpen - LWD Messstation Oisternig 2.032m

Kalte Temperaturen in den Karawanken. - LWD Messstation Zelenica 1.536 m
Am Donnerstag wurden bis zu 20 cm Neuschnee in den Hohen Tauern gemessen. Durch den starken Wind aus nördlicher Richtung kam es zur Verfrachtungen und Bildung von Triebschneepaketen.  Am Freitag wurden in den Staulagen der Karawanken rund 45 cm Neuschnee und örtlich etwas mehr gemessen. In den Karnischen Alpen waren es bis zu 30 cm, Gailtaler Alpen 15 bis 20 cm, Kreuzeckgruppe 20 cm, Hohen Tauern 20 cm, Nockberge 15 – 20 cm, Gurktaler Alpen 10 cm und auf der Sau und Koralpe 15 – 20 cm Neuschnee. Der Neuschnee wurde durch den stürmischen Wind, anfangs aus SW  und dann aus N Richtung,  verfrachtet. Am Samstag brachte eine weitere Störung in den nördlichen Hohen Tauern noch geringe Schneemengen. Der Wind, vorwiegend aus nördlicher Richtung,  verfrachtete den lockeren Neuschnee und führte zu neuen Triebschneepaketen die allgemein durch die Kälte sehr spröde und störanfällig sind. Erst durch die Sonnenstrahlung am Samstag und Sonntag wurden geringe Setzungen an der Schneedecke gemessen bzw. festgestellt.

In den Staulagen der Karawanken wurden ca. 45 cm Neuschnee gemessen, örtlich sogar bis zu 60 cm Neuschnee. Leichte Setzungen in den Schneedecke sind hier an der Messstation ersichtlich.  LWD Messstation Zelenica 1.536 m
In den Karnischen Alpen - Oisternig wurden bis zu 30 cm Neuschnee gemessen. LWD Messstation Oisternig 2.032 m
In den Kärntner Nockberge - Turracher Höhe wurden ca. 15 - 20 cm Neuschneezuwachs gemessen. LWD Messstation Turracherhöhe 1816 m


Winterliche Verhältnisse wie hier am Katschberg - mit  Windspuren an der Schneedecke - am Samstag wurden spontane Schneebrettlawinen beobachtet.



Triebschnee war in den letzten Tagen auf Grund des Schneefalles mit Windeinfluss und winterliche Temperaturen, das Hauptproblem. Die Lawinengefahr wurde auf Grund des Neuschnees  in den Hohen Tauern und Karawanken mit ERHEBLICH beurteilt. In den restlichen Kärntner Gebirgsgruppen wurde die Lawinengefahr mit MÄSSIG und GERING beurteilt. Auch in den schneeärmeren Regionen sind bei Unternehmungen im freien Gelände die störanfälligen, spröden Treibschneeablagerungen zu beachten.
Der Lawinenwarndienst hat in der letzten Woche wieder zwei Stationen an wichtigen Messstellen in der Kreuzeckgruppe auf der Embergeralm und in den Karnischen Alpen am Nassfeld erneuert.
Am Nassfeld/Watschiger Alm 1.608 m  in den Karnischen Alpen wurde ein neuer Ultraschall Schneehöhensensor montiert.
Schneemessstation mit Temperatur auf der Emberger Alm 1.935 m in der Kreuzeckgruppe



Dienstag, 3. Januar 2017

Die Kälte kommt und auf größere Schneemengen muss weiterhin gewartet werden.

 
Eine stabile Hochdrucklage über den Alpenraum sorgte für tiefe Temperaturen in den Alpentälern und  für stark überdurchschnittlichen hohen Temperaturen in den Kärntner  Gebirgsgruppen. Die letzten Schneefälle wurden am 28. Dezember 2016 in den nördlichen Hohen Tauern aufgezeichnet aber es waren nicht mehr als 5 cm. Weiterhin lässt der Winter auf sich warten. Skitouren können vorerst nur in den Hohen Tauern ab 2500m unternommen werden.
 
Weiterhin sind Bergtouren nur mit Bergschuhen möglich. Achtung auf die Absturzgefahr bei gefrorenen Boden.
 
Es dürfen ein paar Impressionen und Messwerte der letzten Tagen gezeigt werden  mit der Hoffnung, dass der "Streik der Frau Holle" ein baldiges Ende hat.  
Kein Neuschneezuwachs in den letzten Tagen in den Gebirgsgruppen Kärntens

Nur 5 cm Neuschnee wurden am 28.12.2016 in den nördlichen Gebirgsgruppen gemessen wie am Klippitztörl 1642m (Saualpe). Hier ein Bild über die Windverfrachtungen der geringen Schneemengen.

Kunstschnee an den Pisten und kein Schnee bis auf 2500m in hohen Lagen wie hier am Nassfeld 1609m (Karnische Alpen)

Auch frische Blüten (Gänseblümchen) wurden im Bereich den sonnseitigen Hänge gefunden auf ca. 1200m

Geringe Schneemengen liegen in den hohen lagen der Hohen Tauern wie hier bei der Messstation Lieskele/Mallnitz

Kein Schnee liegt auf der Mauthner Alm in den Karnischen Alpen

Überdurchschnittliche Temperaturen wurden  am Oisternig 2032m (Karnischen Alpen) in den letzten 30 Tagen gemessen

Herbstliche Fotos von Bergtouren werden vermehrt aufgenommen wie hier im Hintergrund der Dobratsch in den Gailtaler Alpen.
 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Alle dürfen auf den Schnee warten, ein kurzer Monatsbericht für Dezember 2016!


 
Viele Medien haben in den letzten Tagen über die erhofften weißen Weihnachtstage geschrieben. Im Dezember herrschte eine durchgehende trockene und für die Zeit in hohen Lagen sehr milde Wetterlage. Nur wenige cm Neuschnee, - sprichwörtlich „angezuckert“-,  wurden in den nordwestlichen Hohen Tauern gemessen. Laut den Meteorologen sollten sich die Tage mit viel Sonnenschein und mit einer kurzen Störungsfront am Wochenende in den nördlichen Hohen Tauern fortsetzen, eine klassische „Omega“ Wetterlage hat sich über Europa eingenistet. Weiterhin ist hoher Luftdruck wetterbestimmend. Im Flachland sowie in Tälern und Becken lagert kalte Luft, während es in der Höhe sehr mild ist.
 
Mit Blick zum Großglockner am Schareck Mölltaler Gletscher in den Hohen Tauern 3123m - über 2500m liegt  eine geschlossene Schneedecke

Ausblick von Schareck - Mölltaler Gletscher
 

Der Lawinenwarndienst Kärnten hat in der letzten Woche gemeinsam mit den Lawinenwarndiensten von Niederösterreich und der Steiermark eine vier tägige Fortbildung auf der Turracher Höhe der Lawinenkommissionen und Neuerungen beim Lawinenlagebericht „Lawinenprognosebericht“, vorgestellt.  Ein Link der ZAMG Steiermark wird angefügt:

 

Übungsbeispiel LVS Suche mit den Mitglieder der Lawinenkommissionen

 
Auch kein Naturschnee auf der Turracher Höhe - Kornock 2120m

Skitouren sind nur vereinzelt in hohen Lagen der Tauern möglich. Meist werden jetzt Unternehmungen noch mit den Bergschuhen durchgeführt. Nur entlang von den sehr gut beschneiten Schipisten kann man Skitourengeher beobachten.
 
 
Schitourengeher auf der Gerlitzen in den Nockbergen 1920m
 
Kein Naturschnee liegt im Schigebiet Naßfeld in den Karnischen Alpen 1530m

Nur an den Pisten liegt  Kunstschnee - Naßfeld in den Karnischen Alpen 1530m
 

 

Mittwoch, 23. November 2016

Schnee weicht nach Regen und einer milden Südströmung



Der Schnee zieht sich bis in hohe Lagen zurück. Ein Oberitalientief hat am Samstag, 19. November, für reichlichen Niederschlag entlang der südlichen Landesgrenze gesorgt.
Nur oberhalb von rund 2000 m fiel dabei Schnee. Die darauffolgende milde und föhnige Südströmung trug ebenfalls wesentlich für das Verschwinden der Schneedecke bis gegen 1800 m bei.




Bildquelle: Webcam Bodental - Gasthof Lausegger (Karawanken)

Sonntag, 13. November 2016

Italientief bring Neuschnee in die Kärntner Berge



In der Nacht zum 12. November hat ein Italientief für neuerlichen Schneefall, bis 30 cm, vor allem in den Karawanken gesorgt. Von Norden her haben ebenfalls einige Schneeschauer auf die Kärntner Berge übergegriffen. Hier hat der zeitweise auch stürmische Nordwind besonders in hohen Lagen für einige Triebschneeablagerungen gesorgt, welche auch schon durch einen einzelnen Wintersportler als Schneebrett losgelöst werden können.
Am Sonntag herrscht Zwischenhocheinfluss. In den Bergen beginnt der Tag meist mit strahlendem Sonnenschein. Der Nordwind weht noch lebhaft.
Besonders für Skitouren „ohne Bodenkontakt“, sollte heute dem Schnee noch Zeit für seine Verdichtung gegeben werden.

Dienstag, 8. November 2016

 
Neuschnee in den Kärntner Bergen
 
 
Zwei Tiefs brachten Neuschnee in den Kärntner Bergen
 
Eine Störung, ausgehend von einem Tiefdruckgebiet über Nordeuropa und ein Tiefdruckgebiet über Oberitalien, haben am 7. November für einen Wintereinbruch in den Kärntner Bergen gesorgt. Dabei sind, über rund 1000 m, bis zu 25 cm Neuschnee gefallen. Die bei Störungsdurchzug rapide gefallenen Temperaturen, haben dabei auch die Schneefallgrenze bis in manche Tallagen fallen lassen. Der Neuschnee liegt dabei nur in Lagen über ca. 2500 m auf einer mehr oder weniger durchgehenden Altschneedecke die durch eine harte Oberfläche abgeschlossen ist und als mögliche Gleitfläche für Schneebretter dienen kann. In tieferen Lagen ist der Neuschnee jetzt die erste Schneedecke auf dem aperen Untergrund.
Für heute, 8. November, sind für Nachmittag noch vereinzelte Schneeschauer zu erwarten die auch noch bis zu 5 cm Neuschneezuwachs, hauptsächlich in den Karawanken, bringen können. Ab morgen Mittwoch wird das Wetter allgemein trocken, nur im Norden kann es immer wieder etwas schneien.
 


Mittwoch, 11. Mai 2016

Schönen Sommer 2016





Der Lawinenwarndienst Kärnten hat am 02. Mai 2016 den letzten Lagebericht für die Wintersaison 2015/16 veröffentlicht. Sollten keine größeren Niederschläge bzw. Schneefälle eintreten werden wir mit dem Lawinenlagebericht wieder, je nach Wintereinbruch im Dezember 2016 beginnen. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern der Lawinenkommissionen, bei allen Informationspersonen die immer wieder sehr aufmerksam die Lawinenlage beobachten und uns informieren. Wir bedanken uns auch bei allen Unterstützern die unsere Arbeit erleichtern, bei der Flugpolizei Kärnten, bei der Alpinpolizei Kärnten, bei den Grundeigentümern die eine Montage der LWD Messstationen auf ihren Grundstück erlauben,   sowie bei den Rettungsdienststellen vor allem bei der Bergrettung Kärnten für die gute Zusammenarbeit.